Kipp-/Vexierbilder: Sehen Sie hier eine Landschaft oder einen Kopf? Beides? Gleichzeitig?

Wahrnehmungsverzerungen bzw. Wahrnehmungsfehler, auch kognitive Fehler genannt, [engl. cognitive bias/error/fallacy] liegen vor, wenn aufgrund der Informationsverarbeitung (Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Emotionen, Motivation, Handlungsregulation, Verhaltenskontrolle) Eigenschaften der zu verarbeitenden Information systematisch verzerrt verstanden bzw. mental repräsentiert werden, und diese ggf. fehlerhafte oder suboptimale Entscheidungen oder Handlungen forcieren. Kognitive Fehler werden insbesondere in Bezug auf Wahrnehmung (insbes. Personwahrnehmung), diagnostische Aspekte (Beurteilungsfehler, response set), Denken (Gedankenfehler, Rationalität), Entscheidungen (Entscheidungsheuristiken, Entscheiden unter Unsicherheit, Heuristik, heuristische Regeln), und Verhaltenssteuerung systematisch beforscht.

Diese nachfolgende Liste enthält eine Auswahl bekannter kognitiver Verzerrungen:

Deutscher NameEnglischer NameBeschreibung
Ähnlichkeitseffekt (Kontrastfehler)contrast effectEigenschaften, die man selbst besitzt, werden besonders betont wahrgenommen, auch Eigenschaften, die man nicht besitzt, können besonders betont wahrgenommen werden. Das Ausmaß hängt davon ab, ob die Eigenschaften positiv oder negativ bewertet werden. Kontrastfehler: Neigung, beim Gegenüber Eigenschaften zu entdecken, die man sich selbst abspricht.[2]
Ankereffekt (Ankerheuristik)Anchoring biasSystematische Verzerrung bei der Urteils- und Entscheidungsfindung. Bewusst getroffene Wahlen werden von vorhandenen, auch irrelevanten Umgebungsinformationen bzw. Reizen (dem Anker) beeinflusst, ohne dass dieser Einfluss bewusst wahrgenommen wird. Die Entscheidung bzw. das Urteil werden systematisch in die Richtung der mit dem Anker verbundenen Assoziation verzerrt.[3]
ApophänieApopheniaDer Begriff wurde 1958 von dem Psychiater Klaus Conrad geprägt, als „grundloses Sehen von Verbindungen, begleitet von der besonderen Empfindung einer abnormen Bedeutsamkeit“. Ursprünglich beschrieb er das Phänomen in Bezug auf Wahrnehmungsverzerrungen bei Psychosen; doch wird sein Begriff mittlerweile auch auf ähnliche Tendenzen bei Gesunden angewendet, bei denen keine neurologischen oder seelischen Erkrankungen vorliegen.
Attributionsfehler, egozentrischer FehlerCorrespondence bias Egocentric biasDie Neigung, die Ursache für ein beobachtetes Verhalten zu oft in (feststehenden) „Charaktereigenschaften“ der handelnden Person und zu selten in den (variablen) Merkmalen der jeweiligen Situation zu suchen. Von einem egozentrischen Fehler spricht man, wenn man sich zu stark auf die eigene Perspektive verlässt, eine höhere Meinung von sich selbst hat als die Perspektive anderer.[4]
Auffälligkeitsverzerrung (vergleiche: Salienz)Salience biasWir tendieren dazu, uns nur auf Informationen zu konzentrieren, die unsere Aufmerksamkeit erregen, während wir weniger markante Informationen ignorieren. (Im Falle von Kuchen stehen der Geruch und Geschmack stärker im Vordergrund als die Kalorien und Nährwerte.)[5]
AuswirkungsverzerrungImpact biasVerzerrung bei der Gefühlsvorhersage (Affective Forecasting). Intensität und Dauer einer zukünftigen emotionalen Reaktion (z. B. Glücksgefühl oder Trennungsschmerz) werden überschätzt[6]
Anthropomorphisierung („Vermenschlichung“) Personifikation (Personifizierung)AnthropomorphismDie Tendenz Tiere, Objekte und abstrakte Konzepte so zu beschreiben als ob sie menschliche Züge, Gefühle und Absichten hätten. Spielt aktuell eine Rolle bei der Auseinandersetzung mit KI.[7] Personifikation ist je nach Kontext eine rhetorische Figur, die Tieren, Pflanzen, Gegenständen, toten Personen oder abstrakten Wesenheiten eine Stimme oder menschliche Züge gibt.
Backfire-EffektBackfire effectDie Neigung, Fakten, die der eigenen Überzeugung widersprechen, als Bestätigung der eigenen Überzeugung zu betrachten.
Barnum-EffektBarnum effectBezeichnet die Neigung, vage und allgemeingültige Aussagen über die eigene Person so zu interpretieren, dass sie als zutreffende Beschreibung empfunden werden.
Basisratenfehler, PrävalenzfehlerBase Rate NeglectWenn wir uns ein Urteil bilden, neigen wir dazu, uns mehr auf spezifische Informationen als auf Statistiken zu verlassen.[5]
Beharren auf ÜberzeugungenBelief perseveranceDas Beharren auf einer hartnäckigen ersten Hypothese, obwohl neue Informationen dieser Überzeugung widersprechen.
ÜberzeugungsbiasBelief biasDie Tendenz, glaubwürdige Schlussfolgerungen zu akzeptieren, unabhängig davon, ob sie logisch korrekt aus den Prämissen hergeleitet werden können.[8]
BesitztumseffektEndowment effectDie Tendenz, ein Gut wertvoller einzuschätzen, wenn man es besitzt.
BestätigungsfehlerConfirmation biasDie Neigung, Informationen so auszuwählen und zu interpretieren, dass sie die eigenen Erwartungen bestätigen.[9]
Clustering-Illusion, siehe auch Apophänie und PareidolieClustering illusionDie Neigung, in Datenströmen Muster zu sehen, selbst wenn gar keine da sind.
Cross-Race-EffectCross-race effectDas schlechtere Wiedererkennen von Gesichtern, die nicht der eigenen Ethnie entstammen, im Vergleich zu Gesichtern der eigenen ethnischen Gruppe.
Decoy-EffektDecoy effectDie Bevorzugung einer von zwei Optionen, wenn eine dritte Option (Köder) hinzugefügt wird, die einer der beiden Optionen in allen Belangen unterlegen ist.
Default-EffektDefault effectDie Bevorzugung derjenigen Option, die in Kraft tritt, wenn ein Akteur keine aktive Entscheidung trifft.
Déformation professionnelle „Beruflich bedingte Missbildung“Déformation professionnelle professional deformation or job conditioningDie Neigung, eine berufs- oder fachbedingte Methode oder Perspektive unbewusst über ihren Geltungsbereich hinaus auf andere Themen und Situationen anzuwenden.
DichotomieDichotomyEin absolutes Denkmuster und eine kognitive Verzerrung, bei dem eine Person Dinge nur in zwei extreme Stufen bzw. Kategorien unterteilt und ignoriert, dass sich dazwischen noch eine Skala von Graustufen befindet. Daher wird auch vom „Alles-Oder-Nichts-Denken“ gesprochen.
Dunning-Kruger-EffektDunning-Kruger effectDie Tendenz von wenig kompetenten Menschen, das eigene Können zu überschätzen und die Kompetenz anderer zu unterschätzen.[10] Gegenpol zum Impostor-Syndrom.
Emotionale BeweisführungEmotional reasoningDie Neigung, eine empfundene Emotion als Beweis für eine Annahme zu betrachten.
Empathy GapEmpathy gapUnterschätzen, wie sehr Gefühle unser Urteils- und Entscheidungsvermögen beeinflussen. Es fällt schwer, die Perspektive von jemandem einzunehmen, der sich in einem anderen mentalen Zustand befindet.[5]Hot-cold empathy gap: wenn die Einflüsse viszeraler Triebe auf ihre eigenen Einstellungen, Vorlieben und Verhaltensweisen unterschätzt werden Es ist eine Art Empathielücke.
Erwartung-Effekte Bestätigungsfehler verwandtExpectation effectsSelbstbezogene Erwartungseffekte beziehen sich auf Erwartungen, die auf sich selbst und die eigenen Reaktionen gerichtet sind. Hierzu zählen der Placebo- und der Nocebo-Effekt, aber auch die Effekte von Selbstwirksamkeitserwartungen. Fremdbezogene Erwartungseffekte beziehen sich auf Erwartungen gegenüber anderen Personen (interpersonale Erwartungen) oder Objekten (objektbezogene Erwartungen; z. B. Computer-Lernprogramme). Hierzu gehören der Pygmalion-Effekt, der Versuchsleitungs-Erwartungseffekt und der Jastrow-Effekt.[11]
Eskalierendes CommitmentEscalation of commitmentEin Verhalten, das durch die Tendenz gekennzeichnet ist, sich gegenüber einer früher getroffenen Entscheidung verpflichtet zu fühlen und weiter Ressourcen in sie zu investieren, obwohl sich diese Entscheidung bisher als ineffektiv oder falsch erwiesen hat.
EtikettierungLabelingSich selbst oder andere mit einer abwertenden, pauschalen und fixen Bezeichnung versehen[12], z. B. die Bezeichnung „Verlierer“[13], wodurch selbsterfüllende Prophezeiungen entstehen können.[14] (vgl. Etikettierungsansatz)
Fluch des WissensCurse of KnowledgeBeschreibt die Tendenz, dass Menschen, die etwas wissen oder verstehen, Schwierigkeiten haben, sich in den Zustand eines anderen hineinzuversetzen, der dieses Wissen nicht hat. Menschen neigen dazu, ihre Kenntnisse für allgemein bekannt zu halten.
Framing-Effekt (auch Rahmungseffekt)FramingWir reagieren unterschiedlich auf die gleiche Information, je nachdem, wie sie präsentiert wird. Dieser Effekt kann dazu führen, dass wir irrationale Entscheidungen treffen, wenn wir uns von der Formulierung oder Darstellung beeinflussen lassen. (Beispiel: Werbung, wenn etwas als gesund beworben wird)
FrequenzillusionFrequency illusionDie Tendenz, etwas vermeintlich häufiger zu bemerken, nachdem es das erste Mal aufgefallen ist, was zum Glauben führt, dass das Betreffende auf einmal häufiger auftritt.
Gender BiasGender biasVorurteile gegenüber dem jeweils anderen Geschlecht, welche die eigene Entscheidungsfähigkeit beeinflussen können.
Gruppenzwang (auch Konformitätsdruck oder Gruppendruck)peer pressureAngepasstes Verhalten zeigt sich vor allem dort, wo Konformität als Bedingung der Zugehörigkeit gilt und die Gruppe begrenzt ist. Da wechselseitige Orientierung innerhalb der Gruppe eine ordnende Funktion erfüllt, ist Verhaltensanpassung vermutlich evolutionär begründet.
Halo-Effekt („Hofeffekt“) (dazu: Horn-Effekt)Halo effectDie Tendenz, von bekannten Eigenschaften einer Person auf unbekannte Eigenschaften zu schließen.[15] Horn-Effekt: negative Eigenschaften überstrahlen alle anderen.[16]
HandlungstendenzAction BiasWenn wir mit Ungewissheit konfrontiert werden, bevorzugen wir es, irgendetwas zu tun, anstatt nichts zu tun (auch wenn das Handeln keinen wirklichen Nutzen hat) (Beispiel: Klopapier horten als Reaktion auf Covid)[5]
Herdenverhalten, HerdentriebHerd mentality biasDie Neigung, sich an der Mehrheit zu orientieren. Ein Beispiel ist die Neigung, am Aktienmarkt die gleichen Entscheidungen zu treffen, wie andere sie bereits getroffen haben.
Hot-Hand-Phänomenhot hand (phenomenon, fallacy)Eine zufällige Häufung von Erfolgen im Sport und Glücksspiel wird als „einen Lauf haben“ oder als „Glückssträhne“ angesehen.
hyperbolische Diskontierung/AbwertungHyperbolic DiscountingUnverhältnismäßige Bevorzugung sofortiger Belohnungen gegenüber späteren.[17]
IKEA-EffektIKEA effectDie Neigung, selbst entworfenen oder zumindest selbst zusammengebauten Gegenständen im Vergleich zu fertig gekauften Massenprodukten mehr Wertschätzung entgegenzubringen.
Illusorische KorrelationIllusory correlationDie fälschliche Wahrnehmung einer Korrelation zweier Ereignisse. (Scheinkorrelation bzw. Correlation fallacy ist etwas anderes)
Impostor-Phänomen, „Hochstapler-Syndrom“Impostor phenomenon, impostorismBetroffene sind von massiven Selbstzweifeln hinsichtlich eigener Fähigkeiten, Leistungen und Erfolge geplagt, und unfähig sind, ihre persönlichen Erfolge zu internalisieren. Gegenpol zum Dunning-Kruger-Effekt
KatastrophisierenMagnifying = „Vergrößern“Die falsche Annahme, dass das Schlimmste, weil es vorstellbar ist, mit hoher Wahrscheinlichkeit auch tatsächlich eintreten wird.[18]
Köder-EffektDecoy EffectDie Entscheidung zwischen zwei Optionen lässt sich beeinflussen, indem eine dritte Köderoption hinzugefügt wird, die wünschenswerter als die eine, aber weniger attraktiv als die andere Option ist.[5]
Kognitive DissonanzCognitive DissonanceInnerer Konflikt, wenn wir gegensätzliche Überzeugungen, Haltungen oder Werte haben. Vermeiden, Verdrängen oder Ablehnen von Informationen, die unseren Ansichten widersprechen.[5]
KontrasteffektContrast effectDie intensivere Wahrnehmung einer Information, die zusammen mit einer in Kontrast stehenden Information präsentiert wird.
KontrollillusionIllusion of controlDie falsche Annahme, zufällige Ereignisse durch eigenes Verhalten kontrollieren zu können.
Law of the InstrumentLaw of the instrumentWenn Menschen, die mit einem Werkzeug (oder einer Vorgehensweise) gut vertraut sind, dazu neigen, dieses Werkzeug auch dann zu benutzen, wenn ein anderes besser geeignet wäre (auch: „Maslows Hammer“).
MehrdeutigkeitseffektAmbiguity effectFehlt es an Informationen in einem Entscheidungsprozess, schreckt das ab. Wenn Online-Käufer beispielsweise nicht alle relevanten Infos—etwa zu den Lieferzeiten—finden, kaufen sie anderswo.[5]
Mere-Exposure-EffektMere Exposure EffectJe mehr wir mit Dingen konfrontiert werden, desto vertrauter werden sie uns und desto mehr neigen wir dazu, sie zu mögen.[5]
Milde-Härte-Fehler Milde-Effekt, Strenge-Effekt, zentrale Tendenz (oder Tendenz zur Mitte)Leniency-Severity error tendency to the meanGenerell werden günstigere Urteile (Mildeeeffekt) abgegeben oder zu strenge Urteile (Strengeeffekt) abgegeben. Zentrale Tendenz oder Tendenz zur Mitte: Meiden extremer Urteile.
Missachtung des MaßstabsScope neglectDas Nichtbeachten des Maßstabs eines Problems. Zum Beispiel erklären sich Menschen in einer Studie bereit, im Durchschnitt 78 US-Dollar für die Rettung von 20.000 Vögeln zu bezahlen. Werden sie hingegen zur Zahlungsbereitschaft zur Rettung von 2.000 Vögeln gefragt, kommt im Durchschnitt beinahe der gleiche Wert heraus.[19]
MitläufereffektBandwagon effectWahrgenommener Erfolg von anderen erhöht die Bereitschaft, sich voraussichtlich erfolgreichen Handlungsweisen von ihnen anzuschließen.
Moralische LizenzierungSelf-licensingWenn Menschen ohne Schuldgefühle eine schlechte Tat vollbringen können, wenn sie zuvor eine gute Tat vollbracht haben.
Nachträgliche BegründungstendenzChoice-supportive biasDie Tendenz zur nachträglichen Rechtfertigung eines Kaufes einer wenig sinnvollen Sache.
NegativitätsbiasNegativity Bias, Negativity effectWir neigen dazu, Risiken und Gefahren mehr Aufmerksamkeit zu schenken und uns stärker von negativen Ereignissen beeinflussen zu lassen. Dies kann zu einer verzerrten Wahrnehmung der Realität führen und uns davon abhalten, Chancen zu erkennen und zu nutzen.[20]
Noble Edge EffektNoble Edge EffectWenn Unternehmen ernsthafte soziale Verantwortung zeigen, werden sie von Kunden stärker respektiert, was wiederum zu höheren Gewinnen führt.[5]
OptimismusbiasOptimism bias, optimistic biasWir überschätzen unsere Erfolgsaussichten und unterschätzen die Wahrscheinlichkeit negativer Ereignisse. Dieser Denkfehler kann zu risikoreichem Verhalten und einer unrealistischen Einschätzung der eigenen Fähigkeiten führen. Ein Beispiel für den Optimismus Bias ist das Glücksspiel.[20]
Paradox der WahlParadox of choiceWir tun uns schwer, Entscheidungen zu treffen, sind weniger zufrieden und bereuen eine Entscheidung eher, wenn wir zu viele Optionen haben.[5]
Peak-end RulePeak-end RuleWenn wir die Gesamtheit einer Erfahrung beurteilen, neigen wir dazu, unsere Gefühle auf dem Höhepunkt und am Ende überzubewerten.[5]
PlanungsfehlschlussPlanning FallacySystematische Unterschätzung von Zeit oder Aufwand
PrimäreffektPrimacy effectWir neigen dazu, uns an die ersten Informationen besser zu erinnern als an spätere Informationen.
Priming EffektPriming EffectWenn wir einem Reiz ausgesetzt sind, kann das unsere Reaktion auf einen nachfolgenden Reiz beeinflussen, weil unser Gehirn Informationen in Gruppen, den so genannten Schemata, speichert.[5]
ProjektionsfehlerProjection biasVerzerrung bei der Gefühlsvorhersage (Affective Forecasting). Tendenz die eigenen Gefühle, Einstellungen und Glauben auf andere Personen oder sich selber in der Zukunft zu projizieren.
ErinnerungsverzerrungRecall biasFehlerquelle vor allem in retrospektiven Studien.
Rezenzeffektrecency effectWir neigen dazu, uns an letzte Informationen besser zu erinnern als an Informationen, die in der Mitte präsentiert werden.[5]
Rhyme-as-reason-EffektRhyme-as-reason effectWenn Aussagen als eher zutreffend und wahr betrachtet werden, wenn diese gereimt sind.
Risikokompensation Peltzmann EffektRisk-Compensation / Peltzman-EffektMenschen verhalten sich riskanter, wenn Sicherheitsmaßnahmen vorhanden sind (z. B. Gurt → schneller fahren).
RückschaufehlerHindsight biasDie verfälschte Erinnerung an eigene Vorhersagen, die bezüglich eines Ereignisses getroffen wurden, nach dem Eintreten des Ereignisses.
Scheinkorrelation, Cum hoc ergo propter hocCorrelation fallacy, Correlation does not imply causationFehlschluss der Scheinkausalität, bei dem das gemeinsame Auftreten von Ereignissen (Koinzidenz) oder die Korrelation zwischen Merkmalen ohne genauere Prüfung als Kausalzusammenhang aufgefasst wird.
Selbstüberschätzung, auch VermessenheitsverzerrungOverconfidence effectDie Überschätzung des eigenen Könnens und eigener Kompetenzen.
Selbstwertdienliche Verzerrung und Lake-Wobegon-EffektLake Wobegon effectDie Verzerrungen, die der Aufrechterhaltung eines positiven konsistenten Selbstbildes dienen.
Self-Reference-EffektSelf reference effectSchematisierender Effekt des Selbstkonzepts.
SpielerfehlschlussGambler’s FallacyDie Annahme, dass unabhängige Ereignisse abhängig seien, sodass z. B. nach 21× Schwarz beim Roulette fälschlicherweise angenommen wird, dass die Wahrscheinlichkeit von Rot dadurch höher als 50 % sei.
Spotlight EffektSpotlight effectWir haben das Gefühl, dass andere uns mehr Aufmerksamkeit schenken, als sie es tatsächlich tun.[5]
Status-quo-VerzerrungStatus quo biasDie Bevorzugung des Status quo gegenüber Veränderungen.
Sympathieeffekt (Antipathieeffekt)sympathy effectBestehende Sympathien führen dazu, dass positive Merkmale des Beurteilten verstärkt und negative Eigenschaften weniger gewichtet oder nicht berücksichtigt werden. Das gilt umgekehrt für die Antipathie.[21]
Truthahn-IllusionTurkey illusionDie Neigung, einen Trend zu extrapolieren, ohne ihn zu hinterfragen. Die Sicherheit wächst permanent mit dem Trend. Daher ist zum Zeitpunkt des Trendbruchs die Sicherheit am größten, ebenso wie der Schock über den Trendbruch.
Überlebenden-VerzerrungSurvivorship biasVerzerrung zugunsten der „Überlebenden“/„Erfolgreichen“, Erfahrungen „erfolgloser“ Individuen werden nicht gleichermaßen berücksichtigt.
UnterlassungseffektOmission biasDie Überschätzung der Risiken bei Handlungen im Vergleich zu Nicht-Handlungen.
Verfügbarkeitsheuristik, auch VerfügbarkeitsverzerrungAvailability bias, Availability HeuristicEin systematischer Urteilsfehler, der entsteht, wenn die Bewertung der Wahrscheinlichkeit (bzw. Häufigkeit) eines Ereignisses von den leicht verfügbaren Beispielen in unserem Gedächtnis oder von der Anzahl der verfügbaren Beispiele in unserem Gedächtnis geprägt ist. Beispiele, an die wir uns leicht erinnern, erscheinen wahrscheinlicher. Ein Ereignis erscheint wahrscheinlicher, wenn uns dazu viele Beispiele einfallen. Die Einschätzung der Wahrscheinlichkeiten ist verzerrt.
VerlustaversionLoss aversionDie Tendenz, Verluste höher zu gewichten als Gewinne.
Versunkene-Kosten-Falle, Eskalierendes CommitmentSunk cost fallacyEine erfolglose Sache, in die bereits Zeit, Geld und Anstrengung investiert wurde, kann man nicht so einfach wieder abbrechen. Umschrieben wird dies in diesem Fall mit irreversiblen Kosten (den „sunk-costs“), die im Zuge eines Projekts oder eines Kaufs bereits entstanden sind und nicht wieder rückgängig gemacht werden können.[22]
VerzerrungsblindheitBlind Spot BiasDie Tendenz, sich für unbeeinflusst oder verhältnismäßig wenig beeinflusst zu halten (ein Spezialfall der Selbstüberschätzung (Vermessenheitsverzerrung) und der selbstwertdienlichen Verzerrung resp. des Lake-Wobegon-Effekts).
WahrheitseffektIllusory truth effectDie Tendenz, Aussagen, die zuvor bereits gehört oder gelesen wurden, einen größeren Wahrheitsgehalt zuzusprechen als solchen, die erstmals gehört werden.
WahrscheinlichkeitsvernachlässigungNeglect of probabilityWenn die Eintrittswahrscheinlichkeit kleiner Risiken falsch eingeschätzt wird. Kleine Risiken werden entweder komplett ignoriert oder aber stark überschätzt.
Null-Risiko-BiasZero Risk BiasMenschen fühlen sich besser, wenn ein Risiko komplett und nicht nur teilweise ausgeschaltet wird.

Quellen [zuletzt abgerufen am: 26. August 2026]:

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