Henry David Thoreau
By Steiner Andreas / Januar 29, 2026 / Keine Kommentare / Biographie, Dichter, Essayist, Humanistische Psychologie, Moralphilosophie, Philosoph, Politikphilosohpie, Rechtsphilosophie, Schriftsteller, Spiritualität
Henry David Thoreau (geboren am 12. Juli 1817 in Concord, Massachusetts, USA – gestorben am 6. Mai 1862 in Concord) war ein US-amerikanischer Essayist, Dichter und praktischer Philosoph, der dafür bekannt war, die Lehren des Transzendentalismus zu leben, wie er in seinem Meisterwerk „Walden“ (1854) festhielt, und sich energisch für bürgerliche Freiheiten einzusetzen, wie sein Essay „Civil Disobedience“ (1849, zu deutsch: „Ziviler Ungehorsam“) deutlich wird.

„Walden“ greift auf jede dieser verschiedenen Identitäten zurück, um über die konkreten Probleme des Lebens als Mensch in dieser Welt zu meditieren. Er versuchte, eine Vorstellung von Philosophie als Lebensweise wiederzubeleben, nicht nur als eine Form des reflektierenden Denkens und Diskurses.
Thoreaus Werk wurde von einer eklektischen Vielfalt von Quellen beeinflusst. Er war sehr versiert in der klassischen griechischen und römischen Philosophie (und Poesie), von den Vor-Sokratikern bis zu den hellenistischen Schulen, und war auch ein begeisterter Schüler der alten Schriften und Weisheitsliteratur verschiedener asiatischer Traditionen. Er war mit der modernen Philosophie vertraut, von Descartes, Locke und den Cambridge-Platonikern bis hin zu Emerson, Coleridge und den deutschen Idealisten, die alle Einfluss auf Thoreaus Philosophie hatten. Er diskutierte seine eigenen empirischen Erkenntnisse mit führenden Naturforschern seiner Zeit und las die neuesten Werke von Humboldt und Darwin mit Interesse und Bewunderung. Seine philosophischen Erkundungen des Selbst und der Welt führten ihn zur Entwicklung einer Erkenntnistheorie der verkörperten Wahrnehmung und einer nicht-dualistischen Darstellung des geistigen und materiellen Lebens.
Neben seinem Fokus auf Ethik in einem existentiellen Geist leistet Thoreau auch einzigartige Beiträge zur Ontologie, zur Wissenschaftsphilosophie und zum radikalen politischen Denken. Obwohl seine politischen Essays zu Recht berühmt geworden sind, wurden seine naturwissenschaftlichen Werke erst Ende des 20. Jahrhunderts veröffentlicht und tragen dazu bei, uns ein vollständigeres Bild von ihm als Denker zu vermitteln.
Übersetzt aus dem Englischen aus folgenden Quellen (zuletzt abgerufen am 28. Januar 2026):
- Encyclopedia Britannica: https://www.britannica.com/biography/Henry-David-Thoreau
- Stanford Encyclopedia of Philosophy: https://plato.stanford.edu/entries/thoreau/
Bildquellen:
- Portrait von Henry David Thoreau: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Benjamin_D._Maxham_-_Henry_David_Thoreau_-_Restored.jpg; Zuletzt abgerufen am: 28. Januar 2026.
Text von der o. g. Quelle zum Portrait, übersetzt aus dem Englischen:
Portraitfoto von Henry David Thoreau, aufgenommen mit einer Daguerreotypie-Kamera mit 9-Zoll-Platte.
Calvin R. Greene war ein „Schüler” Thoreaus, der in Rochester, Michigan, lebte und im Januar 1856 erstmals mit Thoreau in Briefkontakt trat. Als Greene um ein Foto des Autors bat, antwortete Thoreau zunächst:
„Sie können sich darauf verlassen, dass Sie in meinen Büchern das Beste von mir finden und dass ich persönlich nicht sehenswert bin – so stotternd, tollpatschig und ungeschickt, wie ich bin.“
Greene wiederholte jedoch seine Bitte und schickte Geld für das Fotoshooting. Thoreau muss diese Verpflichtung gegenüber seinem Fan in den folgenden Monaten im Hinterkopf behalten haben. Am 18. Juni 1856 besuchte Henry Thoreau während einer Reise nach Worcester, Massachusetts, den Daguerrean Palace von Benjamin D. Maxham in der Harrington Corner 16 und ließ drei Daguerreotypien für jeweils fünfzig Cent anfertigen. Zwei der Abzüge schenkte er seinen Freunden und Gastgebern in Worcester, H.G.O. Blake und Theophilius Brown. Den dritten schickte er an Calvin Greene in Michigan.
„Während meines Aufenthalts in Worcester diese Woche habe ich die beigefügte Daguerreotypie erhalten – die meine Freunde für ziemlich gut halten –, obwohl sie besser aussieht als ich“, schrieb Thoreau.
